[译文另见:典雅流行曲大师]

Der Großmeister des eleganten Popsongs

Dank seiner feinsinnigen, von trockenem Humor durchzogenen Lieder gilt Neil Hannon alias „The Divine Comedy“ nicht nur in Großbritannien als Großmeister des eleganten Popsongs.

19. Oktober 2012 – 00:04 Uhr
Lukas Luger
来源:http://www.nachrichten.at/nachrichten/kultur/art16,990798

Am 31. Oktober eröffnet der Nordire mit dem Dandy-Charme die zweite Ausgabe des von den OÖN präsentierten „Ahoi Pop“-Festivals im Posthof Linz.

OÖN: Kaum zu glauben, aber Ihr Auftritt beim „Ahoi Pop“ ist der erste „The Divine Comedy“-Auftritt in Österreich überhaupt. Warum hat’s so lange gedauert?

Neil Hannon: Ich konnte es nicht fassen, als mein Manager meinte: Hey, ist das deine erste Österreich-Show? Ich sagte: „Keine Ahnung. Mann, ich bezahle dich, damit du solche Sachen weißt.“ (lacht) Eigentlich war ich mir sicher, dass ich schon einmal bei euch war.

OÖN: Immerhin, die Cover-Fotos Ihres „Fin de Siecle“-Albums aus dem Jahr 1998 wurden vor dem Karl-Marx-Hof in Wien geschossen.

Neil Hannon: Stimmt! Das Foto-Shooting war großartig. Oh, diese Architektur! Kevin Westenberg, der Fotograf, hat damals aber echt keine Gefangenen gemacht. Er zerrte mich sogar in eine furchteinflößende Klapsmühle am Rande von Wien, nur um ein paar Bilder zu schießen.

OÖN: Haben Sie spezielle Halloween-Pläne für die Linz-Show?

Neil Hannon: Oh Gott! Meine Tochter ist verrückt nach Halloween, sie liebt es sogar mehr als Weihnachten. Ich hingegen habe keine Ahnung, wofür dieses selten dumme Fest gut sein soll. Aber ich überlege mir etwas Spezielles für die Linz-Show, irgendetwas total Blutiges. Quasi die „The Divine Comedy“-Version einer Simpsons-Halloween-Folge (lacht).

OÖN: Sie touren seit einigen Jahren solo, nur Ihr Piano steht auf der Bühne. Ein einsames Gefühl?

Neil Hannon: Es ist sowohl befreiend als auch furchteinflößend. Das Positive ist, dass die Interaktion mit dem Publikum einfacher und direkter ist. Die Show wird spontaner, frei von Zwängen. Das Problem ist nur, dass die Fans sich jetzt mit meinem schlechten Timing und meiner dubiosen Songauswahl herumschlagen müssen. Das Negative? Nach dem Gig ist niemand da, mit dem man saufend um die Häuser ziehen kann. Darum gehe ich gleich ins Bett. Das ist okay, ich bin 42. Ich brauche meinen Schönheitsschlaf.

OÖN: Im April feierte Ihre erste Oper, „Sevastopol“, in London Premiere. Ein ungewöhnlicher Schritt.

Neil Hannon: Das Londoner Opera House hat eine Serie, in deren Rahmen Menschen, die keine Opern schreiben sollten, genau das tun. Und ich war einer davon. Ich schrieb ein Stück, das auf den „Sevastopol“-Erzählungen basiert, in denen Leo Tolstoi seine Erfahrungen im Krimkrieg schildert. Irgendwann saß ich in der Kostümprobe und dachte nur: „Alter, ist das Scheiße!“ (lacht). Ich bin jemand, der sich nicht an das klassische Schema eines Popsongs gebunden fühlt. Manchmal sollte man aber wissen, was man kann und was nicht. Ich schreibe gute Popsongs. Der Rest ist Schweigen.

OÖN: Wie steht’s um ein neues „The Divine Comedy“-Album?

Neil Hannon: Ich bin Familienvater, und es ist schwer, Zeit zu finden, um sich ans Piano zu setzen. Außerdem machen meine Hunde immer einen fürchterlichen Lärm. Keine Angst, ein neues Album wird kommen.

OÖN: Sie haben Ihr eigenes Plattenlabel gegründet. Ihre Antwort auf den prognostizierten Niedergang der Musikindustrie?

Neil Hannon: Ich bin in der glücklichen Lage, über eine loyale Fan-Basis zu verfügen. Ich brauche keine Plattenfirma, die nichts anderes als eine gierige Bank ist, die dir Geld leiht, um ein Album aufzunehmen. Nur um dann Hits, Hits, Hits einzufordern. Wer versucht, so viele Leute wie möglich anzusprechen, spricht niemanden mehr an. Wer nur auf die Charts schielt, ist irgendwann „pretty fucked“. Als ich das realisiert hatte, fiel eine Riesenlast von mir.

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